Kardiomobil:
Start des ersten Heimbetreuungsprojekts für Herzinsuffizienz-Patienten in OÖ.
Die Herzinsuffizienz („Herzschwäche“) zählt zu den weltweit häufigsten chronischen Erkrankungen. Sie stellt aufgrund der reduzierten Lebenserwartung, der eingeschränkten Leistungsfähigkeit, vermehrter Krankenhausaufenthalte und der vielen einzunehmenden Medikamente eine enorme Belastung für die Erkrankten dar. Im Sinne einer effizienten Nachbetreuung startet das KH der Barmherzigen Schwestern, ein Unternehmen der VINZENZ GRUPPE, Anfang Mai mit einem mobilen Heimbetreuungsprojekt in OÖ. Ziel ist es, Patientinnen und Patienten im Umgang mit der Erkrankung zu schulen und zu begleiten. Dadurch sollen die Lebensqualität gesteigert sowie die Rehospitalisierungsrate und die Sterblichkeit gesenkt werden.
Die Herzinsuffizienz, im Volksmund besser bekannt als Herzschwäche, ist dank moderner Therapiemethoden heute zwar deutlich besser behandelbar als vor einigen Jahren, viele Betroffene sterben aber nach wie vor daran und weisen eine hohe Rate an Spitalseinweisungen auf. Ein wesentliches therapeutisches Grundelement ist die dauerhafte Einnahme von Medikamenten. Oft müssen sogar mehrere Tabletten täglich geschluckt werden, um die Lebenserwartung sowie die Lebensqualität der Herzkranken erhöhen zu können. „Besonders zu Therapiebeginn gestaltet sich die Medikamenteneinstellung oft als schwierig und aufwändig. Es können Symptome auftreten, die ganz gewöhnlich sind, aber bei den Betroffenen zu Unsicherheit führen. Je besser der Patient / die Patientin über die Erkrankung, ihren Verlauf und die Medikamentengabe Bescheid weiß, umso effizienter und erfolgreicher gestaltet sich die Therapie. Daher ist eine enge Zusammenarbeit zwischen medizinischem Personal und herzkranken Menschen enorm wichtig“, weiß Prim. Univ.-Prof. Dr. Peter Siostrzonek, Leiter der Abteilung für Innere Medizin II (Schwerpunkt Kardiologie) am KH der Barmherzigen Schwestern Linz, aus seinem Arbeitsalltag.
Genau an diesem Punkt, der individuellen Patientenschulung und -aufklärung, setzt das Projekt Kardiomobil an: „Die Praxis zeigt uns, dass viel zu wenige Herzkranke nach ihrem Krankenhausaufenthalt eine optimale Medikamentendosis zu sich nehmen, was den Therapieeffekt negativ beeinflusst. Mit dem Projekt Kardio-mobil können wir ihnen insofern helfen, als speziell geschulte Diplompflegerinnen die Patientinnen und Patienten zuhause besuchen und sie im Umgang mit der Herzschwäche schulen“, erklärt Prof. Siostrzonek.
Die jeweilige Schwester instruiert die Betroffenen, ihren Blutdruck und den Puls zu messen, sich regelmäßig zu wiegen, darüber Aufzeichnungen zu führen und die Ergebnisse richtig zu deuten. Die Aufzeichnungen werden ebenso wie die laufende Medikation kontrolliert, mit den ärztlichen Verschreibungen verglichen und dem behandelnden Arzt / der Ärztin vorgelegt. „Patientinnen und Patienten, die ihre notierten Daten richtig deuten können, erreichen viel früher eine optimale und individuell auf sie zugeschneiderte Herzinsuffizienztherapie“, so der Kardiologe.
Groß angelegte internationale Studien und Metaanalysen belegen eindeutig den Erfolg derartiger ambulanter Betreuungskonzepte. „Patientinnen und Patienten, die ein Heimbetreuungsprojekt in Anspruch nehmen, verbessern langfristig ihre Lebensqualität, müssen seltener ins Krankenhaus und leben deutlich länger“, zeigt OA Dr. Kurt Höllinger, Initiator des in Oberösterreich bisher einzigartigen Projekts, die Vorteile auf.
Die zwei Diplomfachkräfte Elisabeth Kastner und Elfriede Hofbauer sind jeweils Dienstagvormittag mit ihrem „Kardiomobil“, einem Ford Focus bzw. einem VW Polo, innerhalb eines Umkreises von 100 km von Linz unterwegs. Diese Nachbetreuung ist ein kostenloses Service des Krankenhauses der Barmherzigen Schwestern für „seine“ Patientinnen und Patienten. Um Anmeldung wird gebeten unter der Nummer 0664/819 07 85 (Mo – Fr, 07:30 bis 15:30 Uhr).
Eckdaten zur Herzinsuffizienz:
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Bei einer Herzinsuffizienz kann das Herz aufgrund unzureichender Pumpenleistung zu wenig sauerstoffhältiges Blut zu den Körperorganen transportieren, was sich in geschwollenen Beinen, Leistungsabfall und Atemnot bei körperlicher Belastung ausdrückt.
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Etwa 80 bis 90 % der Patientinnen und Patienten mit milder oder moderater Herzinsuffizienz überleben nach der Diagnosestellung ein Jahr. Bei einer fortgeschrittenen Herzschwäche sinkt die so genannte Ein-Jahres-Überlebensrate auf 50 bis 60%.
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Bei Patientinnen und Patienten über 65 Jahren stellt die Herzschwäche die häufigste Entlassungsdiagnose aus Spitälern dar.
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Das KH der Barmherzigen Schwestern Linz behandelt jährlich mehr als 1.000 Menschen mit schwerer Herzinsuffizienz.
Bildtexte:
Kardiomobil-Team (v.l.n.r.):
FA-Ass. Dr. Andreas Winter, OA Dr. Kurt Höllinger, DGKS Elisabeth Kastner, Prim. Univ.-Prof. Dr. Peter Siostrzonek, DGKS Elfriede Hofbauer
Die ambulante Betreuung herzinsuffizienter Patientinnen und Patienten durch das Kardiomobil-Team der Barmherzigen Schwestern Linz ist in OÖ einzigartig.
Bildquelle: BHS Linz
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Ansprechpartner für Rückfragen:
Prim. Univ.-Prof. Dr. Peter Siostrzonek
Leiter der Abteilung für Innere Medizin II
KH der Barmherzigen Schwestern Linz
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A-4010 Linz
TEL: 0732/7677-6930
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