Linzer "Schwestern" lassen hinter die Kulissen blicken:
Exzellentes Zeugnis von internationalen Experten
Ordensspitäler sind anders. Sie stellen sich selbst besonders strenge Regeln auf, um Patienten und Mitarbeitern Top-Qualität auf Basis einer christlichen Werteorientierung zu bieten. Das Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Linz hat freiwillig ein ganzes Jahr lang die gesamte Organisation durchleuchtet und extern überprüfen lassen.
Warum unterzieht sich eines der größten Krankenhäuser Österreichs mit nahezu 2.000 Mitarbeitern unaufgefordert einer sehr aufwändigen Zertifizierung, die mehr als ein Jahr Vorbereitungszeit in Anspruch nimmt? „Weil wir unseren Patienten moderne Medizin mit Qualität und Seele anbieten. Um allen Bürgern die beste Behandlung zukommen zu lassen, müssen wir effizient sein, Potenziale orten und die Bereitschaft aufbringen, unsere Arbeit laufend qualitativ zu verbessern“, erklärt der Geschäftsführer und Ärztliche Direktor des Krankenhauses der Barmherzigen Schwestern Linz, Dr. Andreas Krauter, MBA. „Transparenz ist uns ein wichtiges Anliegen, denn die Öffentlichkeit – allen voran die Patienten – sollen wissen, mit welch hoher Qualität unser Ordenskrankenhaus Leistungen erbringt“, so Krauter weiter.
Wer könnte sämtliche Arbeitsabläufe und Leistungen besser beurteilen als unabhängige, externe Fachleute? Aus diesem Grund sind vier Experten aus Deutschland angereist und haben eine Woche lang alle Stationen und Bereiche des Krankenhauses begutachtet sowie kollegiale Dialoge mit mehr als 94 Mitarbeitern geführt. Dieser Visitation ist mehr als ein Jahr intensive Vorbereitungszeit vorausgegangen, in der die Mitarbeiter in schriftlicher Form festhielten, ob und in wie fern ihre Abteilungen bzw. Bereiche die strengen Anforderungen der Zertifizierungsgesellschaft erfüllen. Denn die Zertifizierung „proCum Cert inkl. KTQ“ verlangt nicht nur möglichst klare Arbeitsabläufe (KTQ), sondern überprüft auch wie christliche Werte im Krankenhausalltag gelebt werden (pro Cum Cert). „Das Besondere an pCC inkl. KTQ ist die Selbstbewertung in der Vorbereitungsphase. Das bedeutet, die Mitarbeiter unseres Krankenhauses haben selbst Prozesse und Abläufe optimiert – die Verbesserungsvorschläge wurden nicht von den externen Prüfern vorgegeben“, sagt Dr. Andreas Krauter.
Erfreuliches Ergebnis
Die Bewertung ist für das KH der Barmherzigen Schwestern Linz besonders positiv ausgefallen: Es ist das derzeit beste nach „proCum Cert inkl. KTQ“ zertifizierte Spital im gesamten deutschsprachigen Raum. „Wir freuen uns über diese hohe Auszeichnung, da sie unsere Kompetenz und Qualitätsarbeit auf Basis einer christlichen Werteorientierung eindrucksvoll bestätigt. Es ist aber auch der Auftrag, noch besser zu werden“, ergänzt der Ärztliche Direktor.
Getreu dem Motto „Wer aufhört besser zu werden, hat aufgehört gut zu sein.“, entwickelt das Krankenhaus bereits Pläne, um die von den Visitoren vorgeschlagenen Verbesserungspunkte aufzugreifen und bis zur Rezertifizierung im Jahr 2011 umzusetzen.
Was bedeutet die Zertifizierung für den Patienten?
KTQ bedeutet Kommunikation für Transparenz und Qualität – das heißt, es macht sämtliche Abläufe von der Aufnahme bis zur Entlassung durchsichtig. Die Zertifizierung nach proCum Cert inkl. KTQ bedingt, dass Patienten in sämtliche Prozesse Einsicht nehmen können – im Falle des Krankenhauses der Barmherzigen Schwestern ist dies ab 4. Juni 2008 über den Qualitätsbericht auf der offiziellen Webseite www.bhs-linz.at möglich.
„Die Zertifizierung ist als Gütesiegel zu betrachten, das besagt, die Qualität in diesem Haus wurde überprüft und für nachweislich gut befunden“, erklärt Mag. Wolfgang Neubauer, MSc., MAS, Qualitätsmanagement-Beauftragter des KH der Barmherzigen Schwestern Linz. Der Patient erhält also die Gewissheit, dass er in einem Krankenhaus betreut wird, das der Qualitätsarbeit einen hohen Stellenwert einräumt – die Qualität wird nach außen hin messbar.
Medizinische Spitzenleistungen und gute organisatorische Strukturen sind wichtig –menschliche Zuwendung, Wärme und ein offenes Gespräch für den Genesungsprozess aber von ebenso elementarer Bedeutung. Die Zertifizierung nach proCum Cert belegt offiziell die Verankerung christlicher Werte im KH der Barmherzigen Schwestern – professionelles Management und konfessionelle Wertvorstellung ergänzen einander eben auf besondere Weise.
Qualitätsmanagement – ein neuer Trend im Gesundheitswesen?
Das Thema Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen ist zwar derzeit in aller Munde, gesetzlich vorgeschrieben ist es in Österreich allerdings nicht. „Es liegt lediglich die Empfehlung vor, ein QM-System zu implementieren – welches gewählt wird, ist allerdings jeder Organisation selbst überlassen“, zeigt Mag. Wolfgang Neubauer auf. Der Trend in Richtung Qualitätsmanagement ist jedoch eindeutig und geht vor allem in Richtung externe Zertifizierung durch unabhängige Experten.
Die Vorteile von proCum Cert inkl. KTQ:
- Mitarbeiter aller Ebenen sind durch die Selbstbewertung und/oder das Erarbeiten von Standards in den Zertifizierungsprozess eingebunden. Dies bedingt auch eine stärkere Identifikation mit den Zielen und Strategien des Krankenhauses.
- Der Selbstbewertungsprozess stärkt das Verbesserungsbewusstsein.
- Abteilungsübergreifende Kommunikationswege stellt Unternehmen in der Größenordnung des Krankenhauses der Barmherzigen Schwestern immer wieder vor Herausforderungen. Durch den Zertifizierungsprozess wurden diese Prozesse standardisiert und Nahtstellen geregelt.
- Die Anforderungen der Verfahren pCC und KTQ werden laufend von Fachexperten überarbeitet.
„Eine Kultur des Miteinanders, der Wertschätzung
und Patientenorientierung“
Bettina Geißler-Nielsen von der proCum Cert GmbH in Frankfurt hat gemeinsam mit drei Kollegen das Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern eine knappe Woche lang sprichwörtlich „unter die Lupe genommen“. Ihrer Meinung nach zeichnet sich das Linzer Ordensspital nicht nur durch eine hervorragende Aktivität im Qualitätsmanagement, sondern auch durch eine besondere christliche Werteorientierung aus. „In Linz habe ich eine sehr herzliche und menschliche Atmosphäre wahrgenommen. Die klare Orientierung der Mitarbeiter am gemeinsamen Ziel – dem Wohlergehen des Patienten – war für mich als Visitationsbegleitung und die Visitoren deutlich spürbar. Die Patienten werden in diesem Schwerpunktkrankenhaus ganzheitlich versorgt und umsorgt – die Rahmenbedingungen für diese Arbeit bietet ein moderner, wertschätzender und konstruktiver Führungsstil“, sagt Bettina Geißler-Nielsen von der proCum Cert GmbH. Durch die Zertifizierung kann das Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Linz zeigen, dass es durch sein medizinisches, therapeutisches, pflegerisches und christliches Profil im Wettbewerb der qualitativen Patientenversorgung ganz weit vorne steht. „Eine gemeinsame Strategie, die von den Mitarbeitern gelebt, umgesetzt und überprüft wird, aber auch die Kultur des Miteinanders, der Wertschätzung und Patientenorientierung sind mit Sicherheit die Schlüssel für die Erfolgsgeschichte des Krankenhauses der Barmherzigen Schwestern Linz“, ergänzt Bettina Geißler-Nielsen.
Vinzenz Gruppe ist Qualitätsführer
Das KH der Barmherzigen Schwestern Linz ist eines von sieben Ordensspitälern der Vinzenz Gruppe mit Standorten in Wien und Oberösterreich. Alle sieben Krankenhäuser feilen laufend an der Qualität ihrer Leistungen und streben deshalb unaufgefordert eine Qualitätskontrolle über die Zertifizierung nach „proCum Cert inkl. KTQ“ an. Sie wollen ihre erstklassigen Leistungen nach außen hin messbar und transparent machen. Das Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Ried ist bereits seit dem Jahr 2005 zertifiziert und hat letzte Woche vom Visitorenteam die Empfehlung zur Rezertifizierung erhalten. Im KH der Barmherzigen Schwestern Wien ist der Zertifizierungsprozess aktuell am Laufen. Der Kooperationspartner der Schwestern in Linz – das KH der Barmherzigen Brüder – steht ebenfalls kurz vor Abschluss der Zertifizierung.
Die neun Kategorien für die Zertifizierung nach proCum Cert inkl. KTQ:
1. Patientenorientierung: Räumliche Orientierung im KH, Behandlungs- und Therapieprozesse inkl. umfassender Aufklärung, Patientenwohl, verantwortungsvolles Entlassungsmanagement
2. Mitarbeiterorientierung: Personalplanung, Weiterbildung, Förderung der christlich-ethischen Kompetenz
3. Sicherheit im Krankenhaus: Arbeits- und Brandschutz, Katastrophenschutz, Hygienerichtlinien
4. Informationswesen: Datenschutz, strikte Regelungen bei Informationsweitergabe, Dokumentation
5. Krankenhausführung: Christliche Unternehmenskultur, wertschätzende Personalführung
6. Qualitätsmanagement: Ständige Verbesserung der Qualität z. B. durch Aufnahme von Patientenanliegen, Qualitätssicherung durch interne und externe Vergleiche
7. Seelsorge im kirchlichen Krankenhaus: Möglichkeiten des vertraulichen Gesprächs von Seelsorgern mit Patienten, Angehörigen und Mitarbeitern, Integration der Seelsorge in den Behandlungsprozess
8. Verantwortung gegenüber der Gesellschaft: Ausbildungs- und Praktikumsplätze im KH, ehrenamtliches und bürgerliches Engagement
9. Trägerverantwortung: Strategie und Führung des Krankenhausträgers ist vom christlichen Profil geprägt
Bild 1 – Die Patientenorientierung gilt als das entscheidende Kriterium
Bild 2 – Das Herzkatheterzentrum der Schwestern in Linz - Etwa 25 % der akuten Herzinfarkte des Landes werden hier versorgt.
Bild 3 – Dr. Andreas Krauter, MBA – Geschäftsführer und Ärztlicher Direktor
Bildquellen: BHS Linz
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Claus Hager, MSc
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KH der Barmherzigen Schwestern Linz
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