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Unfassbar: Keine Fachhochschule im Innviertel

 

Realitätsfremder Olymp des österreichischen Fachhochschulrates verhindert Innviertler FH

Nach monatelangen Bemühungen für den Erhalt der hochwertigen medizinisch-technischen Ausbildungen am Standort Ried durch Überführung in eine Fachhochschule scheint es letztlich doch nicht zu gelingen, den Innviertlern diese einzige akademische Berufsausbildung zu erhalten. Hoffnung setzt das Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Ried, ein Unternehmen der Vinzenz Gruppe, in einen Ausbildungsstart an den bestehenden Akademien im Herbst 2010. 

Dem Vernehmen nach soll es keinen Fachhochschul-Standort in Ried geben. Nach Gesprächen zwischen dem FH-Rat und dem Land OÖ legt sich Erster gegen eine Überführung der bestehenden Akademien an einem FH-Standort Ried quer, weil es im Antrag des Landes OÖ zu viele Standorte gäbe.

Eine Kompromissmöglichkeit sieht das Land OÖ in einer Beschränkung auf die drei Standorte Linz, Wels und Steyr, womit die derzeitigen Akademiestandorte Vöcklabruck und Ried ersatzlos entfallen würden. Damit haben nicht nur die Spitäler in der Region Innviertel erneut und zusätzlich Schwierigkeiten in der Rekrutierung des dringlich benötigten Fachpersonals, die Region verliert auch das einzige akademische Ausbildungsangebot für junge Menschen, insbesondere in überwiegend von Frauen ausgeübten Berufen.

In den letzten Jahren haben zahlreiche junge Menschen die Ausbildungen (Physiotherapie, Logopädie, Ergotherapie und Radiologietechnologie) an den medizinisch-technischen Akademien in Ried absolviert und für den Start im Herbst liegen jetzt schon 150 Anmeldungen vor.

„Die jetzige Situation ist ein unfassbarer Affront gegen eine Region, die ohnehin um Bildung, Beschäftigung, Verkehrsanbindung, Einkommensmöglichkeiten für die Bevölkerung mehr als andere Regionen kämpfen muss“, stellt Prim. Dr. Wolfgang Brandtner, der mit dem Projekt „Fachhochschule“ im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Ried betraut ist, irritiert fest. 

Schon jetzt stellen Experten Überlegungen an, wie der absehbare Mangel an Fachpersonal in den medizinisch-technischen Diensten durch andere Ausbildungen als Fachhochschulen abgedeckt werden kann.

Nachdem es nicht im Kompetenzbereich des FH-Rates liegt, eine definitive Standortfestlegung vorzunehmen, wird es letztlich in der Verantwortung des Landes OÖ liegen, die Standorte endgültig zu entscheiden.

Beim Vergleich der bestehenden Ausbildungsangebote fällt immerhin auf, dass in Ried seit Jahren vier Fachrichtungen unterrichtet werden, wo hingegen in Wels nur eine Fachrichtung besteht. Ein schwacher Hoffnungsschimmer besteht in der allenfalls möglichen Weiterführung der bestehenden Akademien, die gegenwärtig von Experten geprüft und kurzfristig entschieden wird.

Die Sitzung mit der endgültigen Entscheidung über die Fachhochschulstandtorte findet Mitte Juni in Wien statt. Welche Standorte eingereicht werden, entscheidet das Land OÖ.

 

 

Radiologietechnologie ist eine der vier Ausbildungen, die bisher in Ried absolviert werden konnte

 

Ansprechpartner für Rückfragen:
 

Mag. Ulrike Tschernuth

Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

KH der Barmherzigen Schwestern Ried

Schlossberg 1, 4910 Ried

 

TEL :       07752/602 3040

MOBIL :   0664/3157908
E-MAIL:   ulrike.tschernuth@bhs.at