Generaloberin Sr. M. Basina Kloos, Waldbreitbach
Sparen für die Ewigkeit?
„Zwischen der Botschaft Jesu und der heutigen Weltwirtschaft herrscht ein garstig breiter Graben“, so Sr. Basina Kloos zur Einleitung. Dennoch wäre es grundverkehrt, die Welt der Wirtschaft und die Botschaft Jesu total voneinander abzugrenzen, wichtig ist das Finden positiver Umwege. Gesellschaftsveränderungen verlangen nach Innovationen, mehr Zeit für Kommunikation intern und extern muss in den Spitälernverwendet werden und die Entscheidungsträger müssen bewerten und in der Gegenwart die Weichen für die Zukunft stellen. Die Orden stellen sich der Verantwortung, indem sie soziales Geschehen zukunftsorientiert mitgestalten.
Die Referentin ging auf die dramatische Situation der Krankenhäuser in Deutschland ein, „25 % werden in nächster Zeit sterben“. Es bilden sich in Deutschland Klinikketten, diese Ketten haben eine Marke und sichern sich so ihren Patientenstand, auch indem sie alte und neue Versorgungsformen übernehmen. Es entsteht ein harter Wirtschaftswettkampf, sogar zwischen Ordenskrankenhäusern. Wichtig und entscheidend ist die Zusammenarbeit und Kooperation der Ordensspitäler. Dazu sind aber auch große Investitionen erforderlich, die nicht vom Staat kommen.
Die Wirtschaftlichkeit ist der harte Kern des Fortbestandes. Die Basis des Erfolgs liegt aber bei den Kunden (Patienten) und in Lernprozessen. Diese beinhalten vor allem auch ein neues Verständnis von Führung. Das Engagement der Mitarbeiter wird in Zukunft eine noch größere Rolle spielen in der Sicherung der Existenz eines Krankenhauses. Die Frage der Relevanz der ethischen Werte müsse mehr umgesetzt werden. Die Dominanz betriebswirtschaftlicher Rationalität hat Auswirkungen auf alle Mitarbeiter. Ärzte und Krankenhauspersonal fühlten sich aber zunehmend als Kostenfaktoren. „Wer sich für die Zukunft entscheidet, muss die Konsequenzen tragen“, so Kloos. Daher ist eine verstärkte Personalentwicklung Voraussetzung für Professionalität. Der Diskurs mit Patienten und Gesellschaft ist unerlässlich. Spitäler brauchen sozialkompetente Führungspersönlichkeiten und Ordensspitäler brauchen Führungskräfte mit christlicher Verantwortung. „Wir sind als Christen zur Einmischung verpflichtet, die Verwirklichung des Evangeliums ist entscheidend, das Engagement ist daran zu messen, wie christliche Werte umgesetzt werden. Ordensspitäler haben Zukunft, wenn sie gemeinsam Innovationsfelder entdecken und kooperieren.“
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